Flagge GB

Das Märchenland Reinhardswald liegt im Zentrum der Deutschen Märchenstraße. Die Erlebnis-Straße streift die Ursprungsorte der Sagen und Legenden, die die Brüder Grimm in ihrer weltberühmten Märchensammlung verewigt haben. Sie führt vom Geburtsort der Grimms in Hanau durch Hessen, wo die meisten ihrer Märchen herstammen, über das Weserbergland bis in die Heimat der „Bremer Stadtmusikanten“.

Während ihrer Kasseler Zeit sammelten die Brüder Grimm ihre Geschichten. Diese führten sie oft auch in den geheimnisvollen Reinhardswald. Sagenumwoben ist bereits dessen Entstehung: Graf Reinhard, der einst über das Gebiet herrschte, hatte sein Land beim Würfelspiel an den Bischof verloren. Listig erbat er einen Aufschub, noch ein einziges Mal wollte er säen und ernten – woraufhin er überall im Land Eicheln setzen ließ… Sagengestalten, wie die drei Riesinnen Trendula, Saba und Brama mit ihrem Riesenvater „Kruko“ haben in dieser beeindruckenden Naturkulisse ihr Zuhause gefunden. Kein Wunder also, dass auch die Grimms einige ihrer berühmtesten Motive hier ansiedelten.

So braucht es nicht viel Phantasie, um in der Sababurg das Schloss des Dornröschens zu erkennen. Noch heute liegt es abgeschieden inmitten einer herrlichen Landschaft. Anstelle der heutigen Felder muss man sich nur noch dichten, mit Dornenhecken durchzogenen Wald denken, und schon kann man sich in die Rolle des Prinzen versetzen, der hier seine verzauberte Prinzessin fand und wach küsste. Mit etwas Glück kann man dem Paar hier auch heute noch begegnen.
Apropos Glück: „Hans im Glück“ lebte in Immenhausen! Hier tauschte er sein Gold solange gegen Geringeres ein, bis er am Ende zwar arm aber umso glücklicher war. Besucher der wunderschönen, mittelalterlich geprägten Kleinstadt können auch heute bei einem Bummel glücklich machende Tauschgeschäfte eingehen. Allerdings akzeptieren die Läden, Restaurants und Cafés lediglich Geld und kein Gold.

Bei einem Besuch der Burg Trendelburg fällt sofort ihr hoher, massiver Turm ins Auge. Unerreichbar scheint das weit oben gelegene Fenster. Dort hinein sperrte einst eine Zauberin „Rapunzel“. Da es weder Tür noch Treppe gab, musste Rapunzel ihre „20 Ellen“ langes, blondes Haar hinablassen, um heimlich ihren Prinzen bei Nacht zu empfangen. Wer hier heute eine Nacht verbringen möchte, hat es in der zum Hotel umgebauten Burg wesentlich komfortabler.

Nicht nur für den Tourismus ist der Reinhardswald ein Märchenwald, wie man ihn schöner kaum erleben kann. Hier, zwischen Diemel und Weser inmitten der „Deutschen Märchenstraße“ schlief Dornröschen (auf der Sababurg), warf Rapunzel (auf der Burg Trendelburg  ihr Haar herab und trieben Riesen, Kobolde und Trolle ihr Unwesen.

Auch die Geschichte von der Entstehung des Reinhardswald ist unglaublich. So wird berichtet, der Bischof von Paderborn und Graf Reinhard hätten um dessen Besitztümer gewürfelt.

Graf Reinhard, ein leidenschaftlicher Spieler, besaß riesige Ländereien. Der Bischof gewann und der Graf verlor sein Land. Aber er sah einen Ausweg: Er bat um die Gnade, noch einmal säen und ernten zu dürfen. Die Bitte wurde ihm gewährt. Der  Graf, dessen Namen heute gesucht wird, säte Eicheln anstelle von Getreide. Bis diese Früchte trugen, die man ernten konnte, vergingen viele, viele Jahre. Der Bischof kapitulierte vor so viel List und der Reinhardswald kam zu seinen Eichen und seinem Namen.


 

Schnuffi okker